Gibt es einen Weg zurück?

Geflüchtete, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren wollen, können in Deutschland Unterstützung beantragen. Sogenannte Reintegrations-Programme bezahlen die Rückreisekosten und leisten darüber hinaus auch finanzielle Starthilfe im Heimatland, damit RückkehrerInnen der Neustart gelingt.

Es braucht nicht viel um sich vorzustellen, dass es für Menschen mit Fluchterfahrung nicht immer leicht ist, sich hier heimisch zu fühlen. Da ist die deutsche Bürokratie, die auch Einheimische des Öfteren auf die Palme bringt, oder Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und Anfeindungen von „besorgten“ Bürgern, um nur einige Punkte zu nennen. Wenn sich die Lage im eigenen Land dann bessert, liegt der Gedanke an eine Rückkehr wahrscheinlich nicht fern, vor allem dann, wenn der Asylantrag erfolglos war. Zurück zu den Verwandten, die geblieben sind, zurück an den Ort, der Heimat bedeutet.

Doch an eine Heimkehr ist ohne finanzielle Unterstützung meist nicht zu denken – wenn die eigenen Ersparnisse für die Flucht nach Deutschland aus- und der ehemalige Wohnort aufgegeben wurde. Die Programme REAG/GARP der Internationalen Organisation für Migration (IOM) finanzieren seit ihrem Zusammenschluss vor 18 Jahren freiwillige Rückreisen. Hilfe bei der Rückkehr nach Syrien, Lybien und Jemen gibt es dort jedoch nicht – dies sei auf Grund der aktuellen Sicherheitslage nicht vertretbar, heißt es beim IOM. Die Bundesregierung hingegen unterstützt mit ihrem eigenen Programm „Starthilfe Plus“ unter anderem auch HeimkehrerInnen nach Syrien, dafür erntete sie laut der FAZ sogar Kritik aus den eigenen Reihen.

Der IOM berichtet indessen von erfolgreichen Neuanfängen in der Region Kurdistan Irak (RKI); beispielsweise von Bahar M. aus Mossul, die in Berlin mit ihren Kindern in einer Turnhalle wohnen musste, bis sie sich entschloss, zurückzukehren. Mithilfe der finanziellen Unterstützung durch das Programm des IOM konnte sie in das Lebensmittelgeschäft eines entfernten Verwandten einsteigen. Laut IOM ist die Zahl der RückkehrerInnen in den Irak zum ersten Mal seit Anbeginn der Krise 2013 größer als die Zahl der vertriebenen IrakerInnen.

Alles auf einen Blick: Für freiwillige RückkehrerInnen haben IOM und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ein Online Portal erstellt. Es informiert über die verschiedenen Programme und die aktuelle Sicherheitslage in den betroffenen Ländern; zudem zeigt es auf, wo sich Interessierte in Deutschland beraten lassen können. Mehr dazu hier. Das Angebot gibt es in vielen verschiedenen Sprachen.

 

Kathleen Ortmeier

 

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kauder-und-altmaier-gegen-abschiebungen-nach-syrien-15322023.html

https://www.iom.int/news/number-returns-exceeds-number-displaced-iraqis-un-migration-agency

http://germany.iom.int/de/integrierte-reintegration-im-irak-region-kurdistan

https://www.returningfromgermany.de/de

 

 

 

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