Für viele Geflüchtete ist die Möglichkeit zu studieren entscheidend

Während sich der Sommer langsam wieder dem Ende zuneigt und wir uns gemeinsam wieder an kühlere Temperaturen gewöhnen, beginnt für die meisten Studierenden an deutschen Hochschulen in den kommenden Wochen das neue Semester. Auch für Geflüchtete ist das Thema Studium elementar, denn seit 2015 sind über ein Drittel der Neuankommenden zwischen 16 und 30 Jahre alt.

Viele der jungen Menschen, die sich aufgrund von Krieg und Verfolgung in den letzten zwei Jahren auf die Flucht nach Europa begeben mussten, befanden sich zum Zeitpunkt ihres Aufbruchs mitten in der Ausbildung. Die Frage ob sich diese in Deutschland fortsetzen lässt, ist deshalb oftmals entscheidend für den Beginn eines neuen Lebens. Derzeit sind laut einer Befragung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) circa 1140 Geflüchtete eingeschrieben, das sind 5-mal so viele wie im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig nahmen laut eines Berichts des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), seit Beginn des vergangenen Jahres, ungefähr 6600 Geflüchtete an studienvorbereitenden Kursen der deutschen Hochschulen teil. Diese Zahlen zeigen, dass die Zusammenarbeit von Behörden und Universitäten einen der wichtigsten Beiträge für die Integration von Geflüchteten darstellt. Denn die Teilnahme an einem Studium bedeutet für sie mehr als nur wissenschaftliches Arbeiten und die Vorbereitung auf die deutsche Berufswelt. Es geht vielmehr um die Gelegenheit Anschluss zu finden und Anerkennung zu erhalten.

Die Motivation vieler Geflüchteter einen Studienplatz zu erhalten ist somit riesig. Doch wie in anderen Bereichen auch, gilt es, hohe bürokratische Hürden zu überwinden. Denn oftmals fehlen Dokumente und Nachweise, die für eine Einschreibung unerlässlich sind, jedoch im jeweiligen Herkunftsland zurückgelassen wurden. Hierfür existiert bereits ein breites Spektrum verschiedener Initiativen, die den Zugang zu Hochschulen erleichtern sollen und Hilfestellungen rund um das Thema Studium geben. Ein seit Ende 2015 vom Bund finanziertes Programm des DAAD heißt “Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge”, das rund 450 Projekte an deutschen Universitäten unterstützt. In diesen Projekten engagieren sich hiesige Studierende, um beispielsweise Orientierungsprogramme oder Sprachpartnerschaften zu ermöglichen.

Doch auch außerhalb der Hochschulen arbeiten NGOs, Startups und Freiwillige an Ideen und Konzepten, den Weg zum Studienplatz für Geflüchtete weiter zu beschleunigen. Weil sich deren Fragen und Probleme neben Studium und Ausbildung oft mit anderen Bereichen überschneiden, bietet die Plattform Wefugees im Netz die Möglichkeit, Beratung in verschiedenen Themenfeldern zu erhalten. Bildungsberater, Anwälte, gemeinnützige Organisationen und viele mehr nutzen die Plattform bereits, um ihre Expertise flexibel und unkompliziert bereitzustellen. Der LernLaden Neukölln zum Beispiel, dessen Team neben persönlicher Beratung im Kiez, jetzt auch online erreichbar ist. Oder das Social Startup Kiron. Ihr Konzept ist es, Geflüchteten schon vor der Einschreibung an der Hochschule, die Möglichkeit zu geben, online zu studieren. Auch sie sind auf Wefugees aktiv um noch mehr Menschen Hilfestellungen geben zu können.

Falls auch ihr Lust und Zeit habt geflüchteten Menschen den Einstieg an der Universität zu erleichtern, könnt ihr online nachsehen, ob es auch an eurer Universität Projekte gibt, die von Verbänden wie dem DAAD gefördert werden. Auch das Büro für Internationale Angelegenheiten ist hierfür immer ein guter Ansprechpartner. Oder ihr schaut bei Wefugees vorbei, dort sind engagierte User immer willkommen.

 

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